MariethLadyLucinda
ein Shire Horse entdeckt die Welt ...

Kurswochenende im Oktober 2007

mit Gabriele Strietzel

Endlich ist Oktober. Wir haben einen Kurstag mit Gabi. Ich fahre morgens bei herrlichem Wetter zum Stall. Die Sonne vertreibt die letzten Nebelschwaden und der Tag verspricht angenehm herbstlich warm zu werden. Pünktlich um 10 Uhr treffen Gabi und Ricky mit ihrer Reitponystute Ceddy bei uns ein. Ich freue mich die beiden wieder zu sehen.

Nachdem Sadie untergebracht ist, planen wir den Tagesablauf. Ulrike fängt mit Gino an. Die beiden sind zum zweiten Mal dabei und hatten beim ersten Kurs ihre Schwierigkeiten. In der Zwischenzeit haben sie am Boden zum einen an ihrer Beziehung und zum anderen an der Längsbiegung, der Stellung und dem Schulterherein gearbeitet. In der ersten Einheit zeigen die beiden bereits, dass sie deutliche Fortschritte gemacht haben.


Gino arbeitet gut mit und lässt sich leicht stellen. Zwar ist die Biegung des Halses noch stark, aber zu Beginn ist es immer wichtiger, dass sich das Pferd im Genick los lässt. Später kann die Biegung des Halses auf ein dezentes Loslassen der Ganasche reduziert werden. Ulrike hat an ihrer Körpersprache gut gearbeitet und positioniert ihren Körper gut für das Erzeugen des Schulterhereins.


Es gibt viele Dinge, auf die man achten muss. Gabi zeigt Ulrike genau, wann sie das innere Hinterbein beim Schulterherein mit der Gerte heranholen muss. Gino läuft beim Schulterherein auf drei Hufschlägen und tritt mit dem inneren Hinterbein zum Schwerpunkt.

Das Kruppeherein ist für Gino neu. Die übertriebene Biegung des Halses ist auch hier nur eine Entwicklungsstufe, die später reduziert wird. Gino traut sich noch nicht so recht mit dem äußeren Hinterbein zum Schwerpunkt zu greifen. In der Bewegung sieht man wie er zwar mit dem Huf zum Schwerpunkt strebt, dann aber doch lieber wieder weiter außen tritt. Eine mögliche Erklärung hierfür liegt darin, dass er sich zum einen seiner Hinterbeine noch nicht bewusst genug ist und zum anderen verhindern möchte, dass er sich in die Vorderhufe tritt. Gino gewinnt jedoch mehr Vertrauen und tritt zunehmend mit dem äußeren Hinterbein vertrauenswürdig zum Schwerpunkt. Gabi hat für Ulrike eine gute Grundlage für das Kruppeherein geschaffen, auf der Ulrike weiterarbeiten kann.

Meine erste Einheit an der Hand verläuft gut. Laila arbeitet gut mit und ich bekomme von Gabi noch ein paar Tipps für das Kruppeherein. Es ist beeindruckend, was die eigene innerliche Haltung und die damit verbundene Körpersprache bewirken können. Gehe ich beim Kruppeherein erhaben rückwärts und versuche jeden Schritt bewusst auf der Erde zu plazieren, geht Laila auch auf einmal viel energiereicher und bewusster.

Die erste Reiteinheit verläuft allerdings gar nicht nach meinen Vorstellungen. Viele Dinge kommen zusammen. Ich bin innerlich aufgewählt, weil so viel Trubel um den Reitplatz herrscht und ich doch alles perfekt machen möchte, aber dennoch etwas Respekt vor den Anforderungen habe. Laila ist wegen meiner innerlichen Unruhe verunsichert und außerdem verärgert, weil alle anderen Pferde gerade auf die Wiese gekommen sind. So artet die erste Reiteinheit eher in eine Führungsdiskussion aus und ich bringe Laila etwas unzufrieden auf die Wiese.

Die zweite Reiteinheit verläuft sehr viel besser. Ich habe mir fest vorgenommen mich immer wieder zu entspannen und ruhig zu bleiben. Laila entspannt sich auch und nimmt eine schöne Stellung und Biegung ein. Jedoch schiebt das Hinterbein immer noch weit heraus.

Später wird es besser und Laila schiebt nicht mehr so weit mit dem Hinterbein heraus und nimmt zunehmend mehr Last auf. Sie bleibt insgesamt kompakter. Je besser ich mich bei den Volten um die Hütchen entspanne, je lockerer und geschmeidiger geht Laila auf der gebogenen Linie.

Auch Laila und ich lernen heute etwas Neues: das Kruppeherein vom Sattel aus. Ich bin total begeister wie schnell und leicht wir unseren ersten Schritt schaffen.

Der Kurstag hat uns allen viel Freude gemacht und wir haben wieder viele Dinge gelernt, die wir in den nächsten Wochen üben können. Mir persönlich ist wieder bewusst geworden, wie wichtig es für Laila und mich ist, dass ich mich entspanne und innerelich ruhig werde. Ich hoffe, ich werde mich möglichst häufig daran erinnern und es umsetzen können.

Nach einem schönen Ausklingen bei Ulrike zu Hause machen sich alle um 3 Uhr auf den Heimweg.

 

Melanie Hille
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