MariethLadyLucinda
ein Shire Horse entdeckt die Welt ...

Bundeszucht Show 2011

Vorbereitung mit Hindernissen

Die Vorbereitungen der diesjährigen Bundeszuchtschau stellten alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Zunächst waren wir mit einem sehr konstruktiven Arbeitstreffen gestartet und hatten gemeinsam eine gute Grundlage geschaffen.

Die nachfolgenden Komplikationen und Unruhen im Vorstand schmälerten die Vorfreude auf die BZS und erschwerten die Vorbereitungen. Die bedenklichen Konflikte und der damit im Zusammenhang stehende Rücktritt von Thomas Michael Rappers belasten noch heute das Vereinsleben. Mit großem Bedauern habe ich diese Entwicklung beobachtet und hoffe immer noch für alle Beteiligten, dass eine gemeinsame und für alle akzeptable Lösung gefunden wird.

Ein großer Schock war der Tod von Christine Painter. Er versetzte Mike Painter einen harten und kaum erträglichen Schicksalsschlag und versetze alle in tiefe Trauer, die sich anfühlte, als bliebe die Welt stehen. Unsere Gedanken sind bei Mike und wir wünschen uns alle für ihn, dass er diese schwere Prüfung bestehen und seinen Weg ohne Christine im Leben finden wird.

Der Restvorstand plante nun ohne Thomas und Mike weiter. Jeder versuchte in seinem Bereich seine Aufgaben abzuarbeiten und die Aufgaben der beiden zu verteilen. In der Planungs- und Vorbereitungsphase hatte ich vor allem mit Jennifer Hermann Kontakt, da ich in ihrer Arbeitsgruppe tätig war. Ich nahm an ihrem engagierten Einsatz rund um das Showprogramm und co. teil. Zwischen Euphorie und totaler Verzweiflung erlebte ich ihr Wirken für die Show. Viele Komplikationen gab es zu bewältigen und Probleme zu lösen. Stefanie Braun organsierte die Stände für die BZS und Natascha Hombach kümmerte sich um das Rahmenprogramm. Parallel dazu musste sich das Team Schörnborn Connection regelmäßig zum Üben für das Showprogramm treffen. In die Aktivitäten und Vorbereitungen der anderen Vorstandsmitglieder hatte ich kaum Einblick. Es gab Vieles zu erledigen und zu organisieren: Stallzelte und Belegungspläne mussten bestellt und erstellt, Pokale und Schleifen bestellt, viele Absprachen mit dem Anlagenbetreiber getroffen, die Aftershowparty organsiert werden u. v. m..

Schwierig wurde es noch einmal, als plötzlich das Showprogramm verlegt wurde und es zu einer Abendshow kam. Mit einem gespannten Auge schauten wir auf die kommende Abendshow, aber mit einen besorgten Auge nahmen wir den verständlichen Unmut der Mitglieder über diese doch recht kurzfristige Umplanung des Vorstandes wahr.

Bis kurz vor der BZS wurden Entscheidungen gefällt und Aufgaben bewältig. Besonders aufregend war, dass erst recht kurz vor der BZS Klarheit über wichtige Elemente der Veranstaltung herrschte (z.B. Licht- und Musikanlage etc.). Es mussten sogar noch Spenden aufgetrieben werden, um gewisse Dinge überhaupt erst möglich zu machen.

Die gesamte PR organsierte Jennifer Hermann und ihre Team. Artikel für Zeitungen wurden geschrieben, Plakate aufgehängt und Flyer verteilt, die Jenny und ich in Kooperation und einer guten Zusammenarbeit erstellt hatten. Auch auf dem Galaabend auf der Anlage in Alpenrod rührten Jennifer Hermann mit ihrem Team (Shire Connection Schönborn) mit verschiedenen Auftritten die Werbetrommel für die Show.

Bereits Mitte der Woche begannen die abschließenden Vorbereitungen auf der Anlage in Alpenrod. Die Vorständler waren bereits vor Ort, um sich beispielsweise um den Aufbau der Zelte zu kümmern.

Freitag

Wir – Torsten und ich – konnten leider erst am Freitag anreisen. Unsere super genaue Zeitplanung wurde leider ziemlich durcheinander gewirbelt, so dass wir doch erst gehen halb sechs auf der Anlage in Alpenrod ankamen. Diesmal hatte ich zum ersten Mal mein Pferd dabei. Das verregnete Wetter hatte dafür gesorgt, dass die Einfahrt zu den Stallzelten wie Schmierseife war. Deshalb luden wir Luci und Bantry, den wir für eine Freundin mitgenommen hatten, direkt am Eingang aus. Zum Glück waren beide Pferde total entspannt, so dass wir schnell den Pferdehänger aus dem Weg fahren konnten. Außerdem mussten wir schnell los, um unseren Wohnwagen abzuholen.

Pünktlich zur Teambesprechung waren wir zurück. Während sich Torsten um den Wohnwagen kümmerte, planten wir die Probe mit den Quadrillenreitern und die Generalprobe. Langsam kam bei allen die Aufregung auf. Würde alles klappen wie geplant?

Die Probe der Quadrille zu Fuß klappte gut und verlief sehr lustig. Die gemeinsamen Proben fand ich persönlich sehr amüsant und es hat mir sehr viel Freude bereitet mit euch zu arbeiten. Danke an dieser Stelle für die gute und humorvolle Zusammenarbeit. Die Generalprobe des gesamten Showprogramms verlief im Großen und Ganzen recht gut, soweit ich das beurteilen konnte. Zwischendurch musste ich noch notfallmäßig Einstreu für die Boxen von Luci und Bantry besorgen, weil sie schon teilweise im Matsch standen. Unsere Boxen waren ziemlich wenig eingestreut worden für diese Wetter- und Bodenverhältnisse. Während ich auf das Stroh wartete, erzählte mir jemand aus der Nachbarbox von einer schrecklichen Entdeckung. Die gesamten Verschraubungen der Stallzelte waren locker und nicht festgezogen worden. Zum Glück hatte sich dieses Mitglied dieser Aufgabe angenommen und alle Verschraubungen kontrolliert. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn niemand etwas gemerkt hätte.

Insgesamt habe ich zum letzten Jahr, was die Situation der Stallung angeht, kaum eine Veränderung wahrgenommen. Es lag mehr Stroh im Gang, um die Böden trocken zu halten, aber im Großen und Ganzen war es doch immer noch recht feucht. Der Weg für die Showpferde zum Showpferdeeingang der Halle verlief nach wie vor mitten durch die Zuschauer oder mitten durch den Matsch.

Als alle Pferde versorgt waren, machten wir uns auf den Weg nach Burger King. Wir hatten uns gegen eine Teilnahme am Vereinsessen entschieden. Hauptsächlich aus zeitlichen Gründen, da es parallel mit der Generalprobe lag. Gemeinsam mit Melanie und Stefan planten wir den kommenden Tag und sprachen die Zeiten zum Einflechten ab.

Abends machten wir es uns noch mit einer Flasche Rotwein in unserem Luxus-Wohnmobil gemütlich.

Samstag

Morgens war es doch sehr früh, als wir aufstehen mussten. Ich versorgte die Pferde und Torsten machte sich für seine Aufgabe bereit. Eigentlich war abgesprochen, dass er wie seit Jahren die Vorsortierung und Ergebnissicherung im Sammelring betreut. Als ich bei den Pferden war, erhielt ich einen Anruf. Torsten war am Telefon und erklärte mir, dass wir uns einen schönen Tag machen könnten, da jemand anderes seine Aufgabe übernehmen würde. Erst einmal hörte sich das lustig an, aber eigentlich ärgerte Torsten sich ziemlich, vor allem nach der ganzen Vorgeschichte. Nachdem ich geduscht hatte und wir uns auf den Weg zum entspannten Frühstück machen wollten, klingelte erneut Torstens Telefon. Er wurde vom Vorstand zum Gespräch gerufen. Nun wurde ihm mitgeteilt, dass es sich um Missverständnis gehandelt hätte. Ich persönlich kann die Entstehung dieses Missverständnisses eigentlich nicht nachvollziehen. Ich kann es mir aus der momentanen Situation heraus ableiten, aber akzeptieren kann ich es nicht. Es stand von Anfang an fest, dass Torsten wie in jedem Jahr diese Aufgabe übernimmt. Torsten und ich versuchten diesen Ärger am frühen Morgen abzuschütteln und Torsten übernahm seine Aufgaben wie ursprünglich abgesprochen.

Die meisten aus dem Shire Connection Schönborn Team hatten ziemlich viel zu tun, so dass wir uns eigentlich den ganzen Morgen nur kurz über den Weg liefen. Ich hatte noch spontan die Aufgabe übernommen die Pferdeäpfel aus der Halle abzusammeln. Anscheinend war bei der Planung dieser Posten vergessen worden. Zwischendurch musste ich ein Pferd einflechten und spontan sprang ich noch bei einem Hengst zum Einflechten ein, dessen Namen ich leider wieder vergessen habe. Eigentlich hatten wir ausgemacht, dass die Besitzer dafür im Gegenzug einen Beitrag für die Shire Horse Nachrichten schreiben. Leider ist nichts angekommen, schade.

Der Morgen ging eigentlich ziemlich langsam um. Der Ring-Stuart musste sich relativ häufig bei Torsten nachfragen wie welcher Vorgang abläuft. Ich habe mich ganz oft gefragt, wieso nicht einfach Torsten diese Aufgabe übernimmt. Er spricht gut Englisch und er kennt die Abläufe im Ring besser wie kein anderer.

Zwischendurch versuchte ich Kontakt zu zwei Helfern aufzunehmen, die sich bereits vor Wochen angemeldet hatten, aber noch keine Rückmeldung von den verschiedenen Funktionsstellen erhalten hatten. Also versuchte ich die beiden Helfer unterzubringen. Nachdem ich den Kassenwart dazu persönlich angesprochen und die Telefonnummern weiter gegeben hatte, konnte meinem Wissen nach wenigstens ein Helfer aktiv werden. Ich finde es sehr schade, dass man Mitglieder, die ihre Hilfe anbieten so zappeln lässt. Das fördert nicht gerade die Motivation.

Ansonsten verlief die Zuchtschau relativ störungsfrei. Ich freute mich mit Melanie Hübner, dass die mit ihrem Remy den Bundessieger machte. Sie hatte ziemlich Muffensausen je dichter es auf ihre Klasse zuging. Die Arbeit und Vorgehensweise der Richter kann ich leider nicht beurteilen, da ich keine Zeit hatte mich genauer mit dem Geschehen im Ring zu beschäftigen. Die Stimmungen, die ich so aufnehmen konnte, waren relativ positiv.

Die Pause zwischen der Zuchtschau und dem Showprogramm war ziemlich lang für die Zuschauer. Für mich war es angenehm, da ich zwischendurch Luft holen konnte. Die Zuschauer bei der Zuchtschau waren ziemlich dünn gesät. Ich hoffte, die ganze Zeit, dass es später mehr werden würden.

Endlich konnte die Abendshow beginnen. Während der Eröffnungsrede warteten wir draußen. Hier und auch später konnte ich negative Stimmungen und Unmut über die Rede des Vorstandes wahrnehmen. Sie enthielt – aus Sicht meiner Interviewpartner - zu viel des Eigenlobs und stellte die eigentlichen aktiven Organisatoren des Abendprogramms und auch der Zuchtschau insgesamt zu Unrecht in den Hintergrund. Dies führt zweifelsohne zu vermeidbaren Konflikten und sorgt für Frust bei den Mitgliedern, die sich engagiert in die BZS einbringen.

Nach dieser Eröffnungsrede folgte der Programmpunkt Shire Mania, der leider Dank des Sprechers und der Musik- und Lichtanlage total verunglückte. Ziemlich intensiv hatten wir die einzelnen Beiträge aufeinander abstimmt und den Ablauf geübt. Der Sprecher hatte geordnete und nummerierte Texte erhalten, doch leider brachte er alles in eine Unordnung. Die Musik ließ uns im Stich und das gesamte Showbild wirkte langweilig und chaotisch. Die Musik hatten im Verlauf des Programms immer wieder ihre Schwierigkeiten und auch das Licht war oft unpassend gewählt.

Zum Glück hatten wir so gute Shownummern dabei und die Teilnehmer legten sich mit allem ins Zeug, was sie aufbringen konnten, so dass wir ein vielfältiges und kurzweiliges Abendprogramm erleben durften. Abgesehen von den Musik-, Licht- und Sprecherpannen, finde ich, ist das Abendprogramm ein voller Erfolg geworden. An den kleinen Fehlern mit großer Wirkung, kann man sicherlich bis zum nächsten Mal arbeiten.

Die Aftershowparty war recht amüsant, auch wenn die Musikrichtung nicht für jeden ansprechend und die Lautstärke mit dem Anlagenbetreiber anders abgesprochen war. Es hat trotzdem viel Spaß gemacht, zu feiern und die BZS so ausklingen zu lassen. Vielleicht kann man diese Idee so konfigurieren, dass beim nächsten Mal mehr Vielfalt entsteht und somit mehr Mitglieder da bleiben. Vielleicht sollte man auch darüber nachdenken, ob nicht auch an diesem Abend neben Getränken auch für Speisen gesorgt werden sollte.

Sonntag

Am Sonntagmorgen folgte noch die Körung, die von Torsten betreut wurde. Ich besorgte, wie ich mir im letzten Jahr fest vorgenommen hatte, Frühstück, Kaffee und Getränke für die Richter und die Tierärztin, die sie dankend annahmen. Die Richter waren wenig erfreut, dass so viele Zuschauer sich in das Körgeschehen einmischten. Sie wünschen sich mehr Diskretion. Der Körtierarzt möchte anregen, dass der Platz für die Körung so gewählt wird, dass man nicht ständig auf vorbeigehende Zuschauer oder vorbeifahrende Fahrzeuge aufpassen und Rücksicht nehmen muss bzw. die Zuschauer den Körbereich nicht betreten.

Fazit

Mein persönliches Fazit der diesjährigen BZS ist folgendes: Es ist der aufopferungsvollen Arbeit einiger Mitglieder zu verdanken, dass wir trotz der Diskrepanzen im Vorstand eine schöne Bundeszuchtschau und ein geniales Abendprogramm erleben durften. Aus meiner Sicht wäre es falsch, alles im verklärten Blick zu sehen. Es gab im Vorfeld definitiv vermeidbare organisatorische Pannen, die durch eine angemessene Kommunikation und eine Trennung von persönlichen Konflikten und der Sache hätten vermieden werden können. Wir machen uns alle etwas vor, wenn wir die aktuelle Situation im Vorstand nicht realistisch betrachten. Es gibt sehr viel Rede- und Aufklärungsbedarf.

Ich hoffe für den DSHV, die Mitglieder und unsere Pferde, dass wir die aktuelle Situation in den Griff bekommen, um uns auf das kommende Jahr mit unseren Pferden, Messen und Veranstaltungen freuen zu können. Leider wurden viele von den für dieses Jahr angekündigten Verbesserungen nicht umgesetzt. Hoffen wir, dass es für das Jahr 2012 gelingt.




Melanie Hille
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