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Messe "Hund und Pferd" in Dortmund
Diese Messe empfinde ich aus meinem ganz persönlichen Blickwinkel immer wieder als einen magischen Moment in meinem Leben. Sie verbindet und vereint vielfältige Aspekte, die mich seit einiger Zeit begleiten und ein besonderes Licht in meinem Leben leuchten lassen. Besonders war sie schon immer deshalb, weil sie häufig parallel mit meiner Ferienzeit lag. Deshalb konnte ich mich zeittechnisch immer voll und ganz darauf einstellen. Als Mitglied des DSHV konnte ich mich auf diese Weise für den Verein engagieren und meinen Beitrag leisten. Zudem öffnete mir diese Messe oder vielmehr die zwischenmenschlichen Erfahrungen und Empfindungen dort ein Tor in eine neue Welt, die ich bis dahin nicht kannte. Sie war ein Ort, an dem ich den Alltag und meine Sorgen vergessen konnte.
So kam, dass ich auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit dem Team der Shire Connection Hof Schönborn, dem Stutbuchstellenleiter Torsten Retemeier und dem Hengstbesitzer Torsten Timm auf der Messe vertreten war.
Vorbereitungen ...
Im Vorfeld gab es viel zu tun. Die Showteilnehmer begannen schon einige Wochen vor Messebeginn mit der Grundreinigung von Pferd und Material. Fleißig wurden die Shownummern geübt und an der Planung der einzelnen Auftritte gefeilt.
Am Donnerstag wurde es dann richtig ernst. Abends machten sich das Team der Shire Connection Schönborn und ich auf den Weg nach Dortmund, um den Stand aufzubauen und die Boxen vorzubereiten. Während die Männer den Stand montierten, kümmerten sich die Mädels um die Boxen. Relativ schnell stellten wir fest, dass wir leider keine Equipmentbox hatten. Nachdem die Boxen eingestreut waren, versuchten wir das Unterbringungsproblem der Showausrüstung zu klären. Zunächst bekamen wir von der Stallmeister einen Raum in der Messe zu gewiesen und ein Versprechen, dass am nächsten Tag eine Box vorhanden wäre. Mit dieser Aussage machten wir uns auf den Heimweg.
Anreise mit Hindernissen ...
Am Freitagmorgen waren wir eigentlich ganz gut im Zeitplan, bis zu dem Zeitpunkt der Abreise. Ich wollte eben noch kurz meinen Schlüssel aus der Tasche ziehen, um meine Sachen aus meinem Auto zu holen und umzuladen. Jedoch war dieser nirgends zu finden. Über eine Stunde suchte ich panisch in all meinen Taschen nach diesem verflixten Schlüssel. Ich schüttete mehrmals alle Taschen aus und räumte alles wieder ein. Aber dieses Ding war nicht zu finden. Ich hatte schon den Hund im Verdacht, ob er vielleicht mit dem Verschwinden etwas zu tun hatte. Als ich völlig panisch Jenny informierte, hielt sie es zunächst für einen Witz. Leider war es keiner. Kurz bevor ich komplett irre wurde, unternahm ich einen allerletzten Versuch. Ich durchsuchte zum zehnten und letzten Mal meine Laptoptasche. Als meine Hand sich um den eckigen und kalten Schlüssel schloss, fiel ein gigantischer Stein von meinem Herzen. Den Aufprall des Steins auf der Erde, konnte man sicher auch am Nordpol hören. Zwar war ich nun erleichtert, aber nachdem der Stress nachließ, kam die Übelkeit.
Endlich konnten wir uns auf den Weg nach Dortmund machen. Wir düsten was das Zeug hielt Richtung Autobahn. Dennoch hatten wir keine Chance bis 9 Uhr anzukommen, aber wir schafften halb zehn. Unser geniales Team konnte unsere Verspätung sehr gut kompensieren und richtete den Shop bzw. den Stand her. An dieser Stelle möchte ich mich dafür von ganzem Herzen bedanken. Als wir ankamen war die Stimmung gut und niemand nahm uns mein Missgeschick krumm. Steffi hatte solange den Stand betreut und übergab ihn nun an uns.
Der erste Messetag ...
Der erste Messetag fühlt sich meist wie eine Generalprobe an. Pferd und Mensch müssen sich erst mal wieder an diese besondere Atmosphäre gewöhnen. Zunächst war noch ganz wenig los, die Hallen warten total leer. Diese Gelegenheit nutzen wir, um die Lage zu sondieren und alle drei Pferdehallen, Stände und Waren zu inspizieren. Viel Zeit war allerdings nicht, denn bald stand der erste Auftritt in der Arena auf der Tagesordnung. Das Team war an diesem Tag noch nicht vollständig und so mussten wir ein wenig improvisieren, was tadellos klappte. Am schwierigsten zu organisieren war - auf der Grund der noch nicht vollständigen Besetzung - der große Schaublock in der Arena, da Pferde ausgespannt, umgesattelt oder festgehalten und der Hänger für die Feuerschau vorbereitet werden musste. Trotz dieser erschwerten Bedingungen klappte fast alles perfekt und das Publikum war total begeistert. Nur eine kleine Sache verlief nicht so wie erwünscht. Das Team der Messe hat leider den Vorhang nicht so auf- und zugemacht wie wir uns das vorgestellt hatten. So kam es das Markus bei der Blumennummer echt Schwierigkeiten mit Gem bekam. Der Vorhang stand offen und alle anderen Pferde standen außerhalb der Arena. Gem wollte da natürlich auch hin. Aber Markus meisterte die Situation und nahm es mit Humor. Am nächsten Tag sollten genug Leute da sein, so dass ich mich um den Vorhang kümmern würde. Was sich zunächst einfach anhört, aber meinen ganzen Einsatz notwendig machte. Aber dazu später...
Der Auftritt im kleinen Ring verlief wie geplant, allerdings waren wir nicht darauf vorbereitet, dass dort so viel erzählt werden sollte. Torsten Retemeier sollte an den folgenden Tagen diesen Part übernehmen und als souveräner Sprecher unsere Gentle Giants vorstellen.
Nachdem wir den ersten erfolgreichen Messetag hinter uns gebracht hatten, wollten wir gemütlich in der Nähe der Messe essen gehen. Leider war unsere erste Anlaufstelle total blockiert mit Fußballfans und der Anstoß stand kurz bevor. Es bestand natürlich keine Chance dort einen Tisch zu bekommen. Zum Glück fanden wir noch einen Platz im Parkhotel. Den meisten hat es dort gut geschmeckt, nur mein Essen war nicht ganz so prima. Ich hatte Matjesfilet bestellt. Die Bratkartoffeln und Speckbohnen waren total lecker, aber der Fisch war warm und voller Gräten. Das Restaurant hat aber sehr kooperativ reagiert und die Rechnung storniert.
Unser Hotel war klein aber fein. Nach einer lange und heißen Dusche fielen wir müden ins Bett. Am nächsten Morgen wollten wir ausgeruht in den nächsten Messetag starten.
Die Auftritte in der Arena ...
Geplant war ein großer Schaublock pro Tag in der Arena. Daraus geworden sind drei Auftritte in der großen Arena. Unser eigener Schaublock bestand aus dem Schaubild Shire Mania, welches einen vielfältigen Einblick in die Welt der Shires geben soll. Patrick stellte Risto in einem traditionellen Geschirr vor einer Gig vor, Torsten Timm hatte seinen Major an der Hand dabei, verschiede Reitweisen wurden vorstellte – Jennifer Hermann mit Glory barock, Natascha Hombach mit Gem western und Corinna Loos mit Dolly englisch – und Stefanie Braun demonstrierte mit Bomber die Handarbeit. Begleite wurde dieses Schaubild von unserer Sprecherin Monika. Nach diesem eher ruhigen Schaubild folgte unsere erste Aktionnummer – das Blumenpflücken. Markus und Gem schlugen sich super und das Publikum tobte wie verrückt. Im Anschluss folgte der Höhepunkt - die aufgepimpte Hängernummer: Rein in Flammen! Dieses Schaubild war der absolute Kracher. Die Feuerschau kam bei den Zuschauern total an und Torsten erzählte, dass die Hallen wie leer gefegt waren, wenn die Shires in der Arena auftraten.
Nach diesen Auftritten war der Messestand vollkommen überfüllt und es war kein Durchkommen mehr. Am Stand wurde reichlich verkauft und die Flyer waren bereits am ersten Tag vergriffen. Wir gingen dazu über die Internetadresse auf die Aufkleber zu schreiben, damit die Besucher etwas mitnehmen konnten.
Die anderen beiden Schaubilder, an denen wir teilnahmen, war die Kaltblutpräsentation und das Schaubild Hund und Pferd. Wir entsandten jeweils ein anderes Pferd-Reiter-Paar, damit kein Pferd überlastet wurde.
Am Sonntag passierte dann eine im Nachhinein lustige Angelegenheit. Während der große Schaublock lief und Markus mit Gem gerade die Blumennummer zeigte, stand ich am Vorhang und wartete darauf, dass ich dem Feuerteam ein Zeichen geben konnte. Plötzlich wurde der Vorhang von innen aufgezogen und der Sprecher der Messe stand vor mir. Zerrte an dem Vorhang und meinte, die Nummer wäre jetzt zu Ende. Ich erklärte höflich, dass die Nummer noch nicht zu Ende sei, aber der Sprecher zerrte weiter an dem Vorhang. Nun fing auch ich an, an dem Vorhang zu zerren, aber in die andere Richtung. Meine freundliche Bitte den Vorhang los zulassen, wurde nicht erfüllt und ich versuchte freundlich aber bestimmt die Hand des Sprechers von diesem zu lösen. Im Nachhinein ist mir das irgendwie peinlich mit dem Sprecher so zu rangeln, aber irgendwie total lustig, wenn ich mir vorstelle, wie das ausgesehen haben muss.
Bei einem späteren Gespräch mit der Messeleitung zu diesem Thema konnten wir unseren Unmut darüber zum Ausdruck bringen. Die andere Seite erklärte die Situation aus ihrer Sicht. Ich konnte diese verstehen und sie unsere. Sehr kompetent wurde unsere Kritik aufgenommen und wird für die nächste Planung bedacht.





Die Auftritte im Kleinen Ring ...
Im kleinen Ring waren wir bis auf Freitag zweimal am Tag zu sehen. In dieser Rassepräsentation zeigten wir, dass man mit einem Shire viele spaßige Dinge tun kann, aber dass man auch reiterlich einiges auf dem Wege der verschiedenen Reitweisen erreichen kann. Begleitet hat uns dabei Torsten Retemeier als ein sehr kompetenter Moderator. Auch ich bin einmal in den Genuss gekommen ein Shire im kleinen Ring vorstellen zu dürfen. Verena wollte dies eigentlich tun, aber leider wurde ihr Mann krank und sie mussten plötzlich nach Hause fahren. Also war ich an der Reihe und ritt Glory das erste Mal vor Publikum und das zweite Mal in meinem Leben. Die Abreitehalle war knüppel voll und Glory total nervös, um uns herum wurde galoppiert und getrabt. Sie schlug die ganze Zeit mit dem Kopf und erst als ich von ihr die ein oder andere Lektion abverlangte und sie sich auf mich konzentrierte, ließ das Kopfschlagen nach. Es ist eben etwas anderes, wenn nicht der vertraute Mensch auf einem sitzt, sondern einer, der mindestens genauso aufgeregt ist, wie das Pferd. Als wir dann den kleinen Ring betraten, war Glory voll da und es machte richtig Spaß.




Fazit ...
Die Messe hat wieder riesen Spaß gemacht, es war total anstrengend, aber jede Sekunde hat sich gelohnt. Das Team hat super harmoniert und jeder hat angepackt, wo es was zu tun gab. Die Messeleitung hat sich mehrfach sehr positiv über die Auftritte der Shires geäußert und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass wir nächstes Jahr wieder gern gesehen Gästen sein werden.
Ich möchte euch allen dafür danken und einem ganz besonders, dass ich mit euch ein so schönes Wochenende verbringen durfte.
Melanie Hille |