MariethLadyLucinda
ein Shire Horse entdeckt die Welt ...

Luci`s Blog - November 2011

Hier könnt ihr mitlesen, was Luci und ich gemeinsam erleben, welche Fortschritte wir machen und welche Hürden wir zu bewältigen haben.

Dienstag, 8. 11. 2011

Ich reite Luci heute ohne Sattel in die Halle. Bald möchte ich meinen zweiten Ausritt mit ihr machen. Heute biege ich aber in die Halle ab, die heute ziemlich voll ist. Ich löse Luci auf dem Zirkel im Schritt und achte auf ein ausreichendes Grundtempo. Gerne beginnt Luci herumzuschlurfen, dann fühlt sich alles wie Gummi an. Die vielen Pferde machen ihr aber immer noch etwas aus. Ständige schaut sie sich um und lässt sich ablenken.

Ich arbeite vom Boden aus weiter. Heute ist mir das Grundtempo wichtig. Luci stapft munter neben mir her und ich versuche das erste Schulterhein im fleißigen Tempo. Von sich aus möchte Luci lieber langsam gehen, aber ich fordere sie auf, ihr Tempo zu halten. Erst wird sie etwas fest und ich muss sie wieder lösen, dann lobe ich sie beim ersten zügigen und losgelassenen Schritt in der richtigen Form. Die Zeit bis zum nächsten Loben wird immer kürzer, so dass ich mehrere Schritte im Tempo, Form und Losgelassenheit im Schulterherein fordern kann.

Das Gleiche versuche ich im Kruppeherein. Hier muss ich besonders auf die Stellung und Biegung achten. Zwar ist die Kruppe drin, aber das äußere Hinterbein greif am Schwerpunkt vorbei und das Kurppeherein wir humpelig. Erst wenn die Stellund und Biegung wieder stimmt, tritt das Hinterbein genau unter die Masse und die Schritte werden gleichmäßig. Dann kann Luci auch das Tempo halten.

Zum Abschluss wage ich mich an den Trab. Ich nehme mir vor, nur die Schuler hereinzuholen und einen Schritt im Trab zu schaffen. Ganz schön schwierig für Luci. Ein lustiges Bild ensteht, ich schreite oder schwebe fast in einer Art Passage neben meinem Pferd her, um die Energie und damit den Trab aufrecht zuerhalten. Aber es wirkt, Luci nimmt ihre ganze Kraft zusammen und bleibt im Trab. Dafür erhält sie eine lange Pause, ausgiebiges Kraulen und eine Hand voll Möhren. Auch der zweite Versuch klappt. Die Stellung und Biegung war nicht so schlecht, aber noch weit von dem entfernt, was ich erreichen möchte. Wichtig ist erst einmal, dass Luci eine Vorstellung davon entwickelt, dass man auch im Trab Schulterhein und Kruppeherein schaffen kann.

Eigentlich möchte Luci noch weiter machen, sie ist ganz frisch und aufmerksam, aber es ist spät und wir müssen fahren.

Montag, 7. 11. 2011

Lena und ich beginnen heute den Tag bei Luci wie so oft mit einer ausgiebigen Putzeinheit. Lena sitzt auf Lucis Rücken und kümmerte sich umd die Mähne und die Stellen, wo ich nicht hinkommen, weil Luci ja soooo groß ist. ;-)

Anschließend satteln wir Luci und machen uns auf den Weg in die Halle. Während der Handarbeit sitzt Lena auf Luci und lässt sich stolz durch die Gegend tragen. Ich beginne Luci auf dem Zirkel an der Hand zu lösen. Luci ist heute gierig auf die Möhren in meine Tasche und ich ignoriere ihre Bettelversuche und arbeite darüber hinweg. Erst als sie sich voll auf die Arbeit konzentriert und sich entspannt, gehe ich an die Band, um das Schulterherein zu verfeinern. Luci verliert noch häufig die Biegung und oder überbiegt und läuft über die äußere Schulter weg. Mit dem äußeren Zügel versuche ich die Schulter rein zu holen und direkt mit dem inneren Zügel wieder herauszuschieben. Nachdem Luci aufmerksam auf diese Hilfen reagiert, kann ich den äußeren Zügel nutzen, um die Schulter zu begrenzen. Nach und nach wird das Schulterhein besser.

Auf der linken Hand muss ich wesentlich mehr begrenzen. Die Stellung und Biegung überwache ich die ganze Zeit, da sie noch leicht verloren geht. Ich korrigiere die Stellung mit einer Hilfe direkt hinter dem Genick, damit ich sicher gehe, dass Luci nicht nur einfach den Hals einknickt, sondern eine Stellung entsteht, die sich vom Genick über die gesamte Wirbelsäule bis hin zur Stellung der Hüfte zieht. Dabei darf ich nicht vergessen mit der Gerte das innere Hinterbein zum Schwerpunkt zu schicken.

Es ist ein schönes Gefühl mitten in der Arbeit rund um die Optimierung der Seitengänge zu stecken. Ich versuche die formgebenden Hilfen immer mehr zu reduzieren und Luci bemüht sich eifrig, die gewünschte Form bzw. die Hilfen zu verstehen und umzusetzen. Die Körung ist mein strahlendes Kind, was auf Luci sitzt und vor Stolz fast zerspringt.

Zum Abschluss möchte ich noch selber kurz auf Luci. Da niemand in der Halle ist, darf Lena Pferd spielen und düst in der Halle herum. Ich nutze das Mäandermuster, um Luci an die Hilfen von oben zu gewöhnen. Erst einmal muss ich Luci in ein angemessenes Tempo bringen. Gerne schlurft sie vor sich hin, aber ein gewisses Grundtempo ist sehr wichtig. Das Umstellen klappt schon sehr schön über den Sitz, aber mit dem neuen inneren Zügel muss ich die Schulter aufhalten, damit Luci nicht drauf fällt. Mit dem neuen inneren Bein, die Stellung und Biegung herausarbeiten und das neue innere Bein vermehrt unter die Masse schicken. Das ist noch schwierig für Luci, aber es wird besser. Sehr wichtig ist, dass ich meinen Sitz unter Kontrolle halte, in der Hüfte locker und im Schwerpunkt sitzen bleibe. Manchmal habe ich den Eindruck, nun lerne ich von Luci. Denn wenn ich spüre, dass ich richtig sitze, wird sie automatisch rund und locker unter mir und der Zirkel rund.

Ich könnte noch ewig weiter arbeiten, aber es ist spät und wir müssen nach Hause. Luci tapft zufrieden hinter uns her in ihre Box.

Donnerstag, 3. 11. 2011

Heute habe ich mit Luci in der Halle an der Hand gearbeitet. Als Motivationsverstärker hatte ich Möhren dabei. Zwar ist Luci manchmal noch recht aufdringlich, wenn sie bemerkt, dass es Leckerlies gibt, aber es wird langsam besser. Der motivative Effekt der Möhren ist stärker als das nervige Betteln. Ich hoffe, dass es mit der Zeit nachlässt.

Mein heutige Schwerpunkt lag auf den Seitengängen. Luci hat das Vorwärtsabwärts sowie das Stellen und Biegen im Schritt schon gut verstanden. Das Rein- und Rausführen der Schulter hat sie im Ansatz verinnerlicht und die Hüfte kommt beim Herausführen der Schulter bereits in die Bahn hinein, so dass ich das Kruppeherein herausarbeiten konnte. Nun befinden wir uns in der Phase der Genauigkeit und Feinarbeit.

Im Kruppeherein muss ich die Stellung und Biegung überwachen und das äußere Hinterbein zu mehr Aktivität ermuntern. Genau in dem Moment, wenn Luci die Stellung und Biegung wieder einnimmt, die ich haben möchte und das äußere Hinterbein außreichend unter die Masse tritt, lobt ich Luci und sie darf kurz Pause machen und ihre Möhrenstücken genießen. Dieser postive Effekt ist heute so groß, dass ich mich an die Traversale heran traue. In der Ecke mache ich eine halbe Volte und führe Luci in einer Traversale zurück zur Bande. Auf der linken Hand reagiert sie sofort wie gewünscht. Auf der rechten Hand ist es schwieriger. Ich muss mit der Gerte vor der Bruste wechseln auf die andere Seite, um Luci zu zeigen, wo es hin gehen soll. Sie ist etwas verunsichert und möchte sich umstellen, aber ich sehe darüber hinweg und treibe die Kruppe rüber. Genau in dem Moment wo sie richtig reagiert lobe ich sie. Zwar war weder Stellung noch Biegung richtig, aber die Kruppe und das äußere Hinterbein haben die richtige Richtung eingeschlagen. Nach ein paar Wiederholungen brauche ich die Gerte nicht mehr zu wechseln und kann die normale Hilfe für das Kruppeherein geben. Luci folgt mir über die diagonale Linie zurück zur Bande. Das hat sie wirklich gut gemacht. Sie war zwar etwas aufgeregt, aber aufmerksam und eifrig dabei.

Nach einer kleinen Pause lasse ich Luci noch an der Hand traben. Als wir vor ein paar Wochen damit angefangen haben, war Luci noch sehr aufdringlich und aufgeregt. Mittlerweile ist es nur noch ein Moment am Anfang, wo sie diese Aufregung zeigt. Dann wir es meistens besser und sie lässt sich auch im Trab schon formen. Auch heute ist sie am Anfang etwas aufgeregt und versucht mich zu bedrängen, deshalb führe ich die Schulter energisch von mir Weg und fordere sie auf den Kopf vorwärts abwärts zu strecken und sich im Genick zu stellen. Ich warte auf den besten Moment und lobe sie. Die Wiederholung klappt schon viel besser, Luci schnaubt ab und entspannt sich langsam. Auch auf der anderen Hand klappt es gut. In einem sehr schönen Moment, in dem Luci willig und entspannt mirarbeitet, beende ich die heutige Einheit mit einem großen Lob und den restlichen Möhren.


 

 

Melanie Hille
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