Hier könnt ihr mitlesen, was Luci und ich gemeinsam erleben, welche Fortschritte wir machen und welche Hürden wir zu bewältigen haben.
Sonntag, 29. 01. 2012
Erstes Schulterherein und Kruppeherein im Trab
Heute war es richtig kalt. Das perfekte Wetter für Handarbeit, denn allen wird richtig warm. Luci war sehr gut drauf. Den Zügel hatte ich mit einem Ende am mittleren Ring am Caveson eingeschnallt. So sind wir erst einmal durch die Halle gewandert und langsam habe ich angefangen Volten und Handwechsel einzubauen, nach und nach Schulterherein, Kruppeherein, Traversale und Pirouette. Alles möglichst nur mit Körpersprache. Luci war hoch motiviert und aufmerksam.
Dann habe ich beide Zügel an den äußeren Ringen eingeschnallt und Luci im Trab gearbeitet. Still und heimlich habe ich einfach aus einem Zirkel heraus das Schultherein eingebaut. Sie sah so schön aus, ganz majestetisch und stolz. Fünf wunderschön Schritte im Trab im Schulterherein, es kam mir vor, als ob die Zeit stehen geblieben wäre. Auch auf der anderen Hand konnte ich ihr das SH im Trab entlocken.
Das Kruppeherein musste ich anders anfangen. Zuerst im Schritt an der Bande ein schönes Kruppeherein fordern und dann wie beim Antraben an der Hand einen Trabschritt herauskiltzen. Auf der rechten Hand klappte es gut, auf der linken war es schwieriger, aber wir schafften auch hier einen Schritt.
Das war ein ganz tolles Gefühl auf diesem Level mit Luci zu arbeiten.
Samstag, 28. 01. 2012
Speedtraining:
In der letzten Zeit arbeiteten wir intensiv am Thema Grundtempo und Schenkelgehorsam. Lucis Grundtempo im Schritt war sehr langsam und träge. Nach einem anregenden Gespräch mit Gabi zu diesem Thema baute ich 4 Aufforderungsstufe in die nächsten Einheiten mit ein.
Ziel war, dass sich Luci an das von mir gewünschte Grundtempo anpasst. Jedesmal, wenn das Tempo zu langsam wurde, forderte ich sie mit den Stufen auf, wieder fleißiger zu werden:
1. Stufe: Unterschenkel anspannen 2. Stufe: ganzes Bein ans 3. Stufe: Ferse ans Pferd 4. Stufe: Gerte auf die Kruppe tippen
Falls das auch nicht zur gewünschten Reaktion führt, wird das Antippen mit der Gerte deutlicher.
Bei den ersten Versuchen brauchte ich alle Stufen und Lucis Reaktion war deutlich von Unmut gezeichnet. Aber sie reagierte mit viel Energie und das war es, was ich erreichen wollte: ein eifriges Pferd! In den nachfolgenden Wiederholungen wurde Lucis Reaktion immer besser und ging zunehmend in die Richtung eines fleißigen Grundtempos. Außerdem brauchte ich bald nur noch das Anspannen des Unterschenkels.
Nach zwei Wochen Speedtraining hält Luci von alleine ein gutes Grundtempo, so dass ich mich wieder anderen Themen zuwenden konnte.
Handarbeit - Traversale und Pirouette
Das Kruppeherein und die Traversale nach der Volte aus der Ecke ist auf beiden Händen abrufbar. Jetzt beginnt in diesem Bereich die Feinarbeit.
Deshalb habe ich mit einer neue Lektion begonnen. Die Traversale beginne ich an dem ersten Bahnpunkt nach der kurzen Seite. Zurest kontrolliere ich die Stellung und Biegung, danach lasse ich Luci im Schulterherein gehen. Dann gehe ich in eine Kruppehereinposition schiebe die Schulter aber nicht zurück zum Hufschlag, sondern gehe rückwärts auf der gedachten Diagonalen weiter. Der Anfang war natürlich schwierig. Luci wusste erst mal nicht genau, was sie nun tun sollte. Auf der linken Hand verstand sie viel schneller, welche Reaktion ich erreichen wollte. Die Pirouette funktioniert auf dieser Hand viel besser und beim ersten Versuch zeigte sie schon sehr schöne Schritte. Auf der rechten Hand fällt ihr diese Lektion deutlich schwerer.
Arbeit unter dem Sattel - Schulterherein
Nachdem wir das Grundtempo verbessert hatten, habe ich wieder mit der Erarbeitung des SH angefangen. Dafür nutze ich die Volten auf der Mittellinie. Ich verteile in gleichmäßigem Abstand vier Hütchen auf der Mittellinie. Genau in der Mitte zwischen der Mittellinie und der Bande denke ich mir einen Hufschlag. Bei A und C biege ich auf diese Linie ab. Sobald ich auf der Höhe des Hütchens bin, reite ich eine Volte um es. Ist die Volte beendet, gehe ich noch genauso weit weiter in die Volte, dass die Vorhand den gedachten Hufschlag verlassen hat. Ich tue so, als ob ich die Volte noch einmal reiten würden. Aber genau in diesem Moment lege ich den inneren Schenkel an und es entsteht das SH. Ziel ist es dann von der einen Volte zur anderen im SH zu sein.
Natürlich funktionierte das nicht sofort. Lucis erste Reaktion war ein Anhalten. Durch gezieltes Loben wurde aus dem Halten ein erster Schritt SH. Weiter sind wir noch nicht. Ich muss jetzt wieder aufpassen, dass Luci ihr Grundtempo vor lauter Lauschen auf die neue Hilfe nicht wieder verlangsamt.
Erster Ausritt in der Gruppe
Unseren ersten Ausritt in einer großen Gruppe haben wir auch schon erlebt. Insgesamt waren wir 7 Pferde. Luci war richtig mutig, wir sind ganz viel vorne gegangen. Im Mittelfeld tut sie sich etwas schwer, sie fängt an zu drängeln. Aber das muss sie auch lernen. Jedenfalls war es wunderschön.
Zirkuskram
Ich möchte mit ihr alternativ zur akademischen Ausbildung Zirkuslektionen erarbeiten. So einen richtigen Anhaltspunkt habe ich noch nicht.
Dienstag, 3. 01. 2012
An diesem Tag war die Halle ganz schön gefüllt. Ich glaube, es waren insgesamt 8 oder 9 Pferde in der Halle.
Luci ist in solchen Situationen immer noch sehr verunsichert, wenn ihr die Pferde zu nah kommen. Sie legt die Ohren an und wird sehr verhalten.
Die Traversale leite ich durch eine Volte ein. Ich mache eine halbe Volte durch die Ecke und gehe dann in die Traversale über. Auf dem Video ändere ich meine Körperpostion viel zu früh und überfalle Luci damit. Dadurch wird der Übergang zu holprig.
Die Stellung und Biegung sollte möglichst erhalten bleiben, aber ich achte auch darauf, dass das äußere Hinterbein in Ansätzen unter die Masse tritt. Geht die Stellung und Biegung dabei verloren, muss ich Luci daran erinnern. Aber am wichtigsten ist, dass Luci entspannt bleibt und die Aufgabe so motiviert wie möglich annimmt. Mal biegt sie zu wenig, mal zu viel, mal tritt das Hinterbein Richtung Masse, mal nicht. Wichtig ist, dass Luci auf die Hilfen in der gewünschten Art reagiert. Ansätze in diese Richtung, sind sie noch so klein, lobe ich. Dann versuche ich immer bessere Ergebnisse zu erhalten.
Das Antraben an der Hand ist noch relativ neu für mich. Ich habe es damals mit Laila nicht richtig ausprobiert. Es gibt viele Dinge, die überwacht, kontrolliert und strukturiert werden müssen.
Ich muss auf die richtige Stellung und Biegung achten, Luci muss locker bleiben, braucht aber auch eine gewisse Energie, um die Lektion auszuführen. Dann muss ich sie möglichst gerade halten und dann den richtigen Moment für die Hilfe zum Antraben erwischen und den perfekten Moment zum Loben nicht verpassen.
Zunächst versuche ich Luci zu versammeln, dann lasse ich sie in einem leichten Schulterherein gehen, weil es ihr dann leichter fällt mit dem inneren Hinterbein anzutraben. Wenn das alles stimmt streiche ich mit der Gerte von der Kruppe bis zum Boden. Das gelingt mir noch nicht immer, weil ich selber noch mehr Ruhe entwickeln muss. Dann kommt die erste Stufe der Hilfe "Fliege", danach tippe ich das Bein leicht an, dann energisch. Ich bin noch in der Phase herauszufinden, wo es am besten klappt. Im Moment bin ich noch sehr hoch mit der Gerte. Ich weiß noch nicht, ob das so richtig ist.